Vom Mais verdrängt? - Vortrag zum erschreckenden Rückgang des Rotmilans

In einigen Regionen Deutschlands wurde der Rotmilan schon Anfang des 20. Jahrhunderts als vermeintlicher Schädling und Niederwildräuber an den Rand der Ausrottung gebracht. Strenge Schutzbestimmungen sorgten dann dafür, dass sich die Bestände wieder erholen konnten und das charakteristische Flugbild mit dem tief gegabelten Schwanz gerade in Thüringen zu einem vertrauten Anblick am Himmel wurde.

Doch seit Beginn der neunziger Jahre ist nun wieder ein alarmierender Rückgang zu verzeichnen, der zum Beispiel im Harzvorland in Sachsen-Anhalt rund die Hälfte des Bestandes ausmacht. Ursächlich hierfür ist jetzt aber nicht mehr die Verfolgung (auch wenn nach wie vor viele der Vögel Wilderern zum Opfer fallen), sondern in erster Linie die Umgestaltung der Landschaft durch die moderne Landwirtschaft. Denn in den riesigen Mais- oder Rapsfeldern, die sich immer mehr ausbreiten, fällt es den Tieren zunehmend schwerer, genügend Nahrung für sich und ihren Nachwuchs zu finden. Beim Versuch, durch Fallwild an Straßen, Auto- und Eisenbahnen ihren Speisezettel aufzubessern oder im Umfeld von Windrädern Mäuse und andere Kleintiere zu jagen, verunglücken zudem immer wieder Rotmilane an diesen technischen Einrichtungen.

Da etwa die Hälfte des weltweiten Bestandes der Art in Deutschland beheimatet ist, fällt uns für ihren Schutz und ihre Erhaltung eine besondere Verantwortung zu. Was den Rotmilan im Einzelnen bedroht und wie ihm geholfen werden kann, zeigte ein spannender Vortrag der Gothaer Biologin Susanne Löw am 23. März im Weltladen in Rudolstadt.

Alle, die nicht dabei sein konnten, finden unten noch einen interessanten Link zum gleichen Thema!

 

 

Photo: A. Köhler

Wir bewahren Vielfalt

Allein in Deutschland gibt es etwa 70.000 verschiedene Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen. Diese biologische Vielfalt bildet die Grundlage allen Lebens – auch die unserer Existenz. Und sie ist gefährdet. Die „Roten Listen der bedrohten Arten“ sind zum Gradmesser des Verlustes geworden. Über 7.000 Tierarten gelten in Deutschland als gefährdet oder sind sogar vom Aussterben bedroht.

Wildkatze, Grashüpfer, Biene, Eisvogel, Fotos: BUND, A. Thomet, A. Thomet, BUND


Der BUND setzt sich deshalb schon lange auf verschiedenen Ebenen für die Artenvielfalt ein: mit politischem Druck und rechtlichem Widerstand gegen jede Form der Naturzerstörung und mit dem praktischen Einsatz vieler Freiwilliger, die überall in Deutschland wertvolle Lebensräume erhalten und betreuen.

In Orts- und Kreisgruppen bauen BUND-Aktive Krötenzäune, sie organisieren Schmetterlingszählungen oder pflegen die lokale Orchideenwiese. Vereint in Landesverbänden kämpfen sie für Schutz und Ausweitung wichtiger Rückzugsgebiete heimischer Tiere und Pflanzen. In bundesweiten Projekten schaffen sie zum Beispiel das „Rettungsnetz für die Wildkatze“ – eines der größten Artenschutzprojekte Europas.

Auf unseren Internetseiten erfahren Sie mehr über den Artenschutz beim BUND. Sie finden Informationen, wie Sie selbst aktiv werden können – alleine zu Hause, im Garten oder in der nächsten Gruppe des BUND. Und wir weisen Sie auf die Möglichkeit hin, zu spenden. Denn Artenschutz braucht Geld. Und er ist es wert. Oder mögen Sie sich eine Welt ohne Schmetterlinge, Orchideen, Wildkatzen und Co. vorstellen?

Übrigens: Projekte des BUND, bei denen der Schutz von Flächen und Biotopen – wie Elbe oder Grünes Band – im Vordergrund stehen, finden Sie unter Naturschutz.



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